Reiseführer Südnorwegen

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Freyr                    Freyr   Freyr



(Frö, Fro, nord. „Herr”; norwegisch: frodig = üppig, fruchtbar)
Ein nordgermanischer Fruchtbarkeits- und Vegetationsgott, der über Regen und Sonnenschein und das Wachstum der Erde herrscht.

(Edda, Gylfaginning, 24)

Der Gott, den man mit dem alten Wikinger Sagen um gute Ernte und Frieden (ár ok fríðr) anrufen soll, ist Freyr. Laut Snorri, der Freyr auch als „vornehmsten unter den Göttern” bezeichnet: „Er regiert über Regen und Sonnenschein und damit über das Wachstum der Erde.” Als Freyjas Zwillingsbruder ist er auf männliche Weise das, was sie auf weibliche ist – der Spender von Leben und Fruchtbarkeit, sexueller Lust und Liebe: die Schöpferkraft der Männlichkeit. Deshalb wird er in der Wikingerkunst mit erigiertem Penis dargestellt wie hier in einem kleinen Bronzefigürchen, aber auch in seiner Kultstatue im Tempel von Uppsala.

Dieser Hochgott der Wanen gilt als Ahnherr des schwedischen Königsgeschlechtes der Ynglinge
(BELLINGER, 1997, S. 146).

Freyr ist Herrscher des Albenreiches, seinem Zahngeschenk (Grimnirlied, 5).

Freyr ist Sohn des Njörd (Grimn., 41) und der Skadi (Skirnirlied, 1). Mit dem und seiner Schwester Freyja ging Freyr nach Ende des Asen-Vanen-Krieges nach Asgard, so dass SNORRI ihn zu den Asen zählte und ihn als deren trefflichsten bezeichnen lässt (Gylf., 24).

Ein Beiname des Freyr ist Skirr („der Glänzende”).

Seine Gattin war seine Zwillingsschwester Freyja, später wurde er Gemahl der Riesin Gerdr und mit ihr der Vater des Königs Fjölnir
(BELLINGER, 1997, S. 146).

Seine Diener sind die Beyla, der Byggwir („Gerstenmann”) und der Skirnir.

Dem Freyr gehören das Schiff Skidbladnir (Grimn., 41) und der goldene Eber Gullinborsti, beides von den Dvergr Sindr und Brock geschaffene Kleinodien (Skaldskaparmal, 61). Ehedem besaß er noch ein Schwert, das von selbst kämpfte und ein Pferd. Beides gab er dem Skirnir, als der für ihn auf Brautfahrt ging (Skirnirlied, 8-9).

Als Freyr von Odins Sitz Hlidskialf aus in Jötunheim die schöne Riesin Gerda entdeckte, verliebte er sich in sie und litt sehr unter Liebeskummer. Darum ritt Skirnir auf Freyrs Pferd gen Riesenheim, überwand die Waberlohe und kam bei der Riesentochter an, wo er zunächst Gymirs Hunde und den Hirten (ein Bruder Gerdas?, vgl. Str. 8, 9, 19, 23) passierte. Dann bot Skirnir der Gerda reiche Brautgeschenke an, elf Äpfel der Idun und den Ring des Odin (Draupnir), doch lehnte die Riesin ab. Auch die Drohung sie und ihren Vater mit dem Zauberschwert zu erschlagen stimmte Gerda nicht um. Erst als Skirnir anhub, die Schöne zu verfluchen und Runenzauber zu üben (Th), auf dass sie hässlich werde und den Riesin Hrimgrimnir heiraten müsse, gab Gerda die Abwehr auf und sie willigte ein, den Freyr neun Nächte später im Barri, einem „Hag der Heimlichkeit”, zu treffen.

So kam Freyr zu seiner Gattin, doch zum Lohn durfte Skirnir Pferd und Schwert behalten (Gylfaginning, 37), und besonders das Schwert wird er zu Ragnarök vermissen, wenn ihn der Feuerriese Surtr töten wird.
(Völuspa, 45)

Zuvor aber wird Freyr den Riesen Beli, einen Bruder der Gerdr, mit einem Hirschgeweih erschlagen (Völuspá 45 u. Gylf., 37), eine Geschichte, die nicht weiter bekannt ist.

Die Rune Inguz ist traditionell dem Gott Frey zugeordnet (ASWYNN, 2001, S. 107).

Freyrs Statue in seinem Tempel im schwedischen Uppsala war für ihren gewaltigen Penis berühmt. Diese Ausstattung ließ ihn die Römer mit dem Priapos gleichsetzen (COTTERELL, 1999, S. 190).

Sein fliegendes Schiff Skidbladnir, das immer günstigen Wind haben soll, wird als die Wolken gedeutet, sein selbst kämpfendes Schwert als Strahl der Sonne.

Freyr, Odin und Thor

Im Tempel von Uppsala standen Bilder dreier Götter: Freyr, Odin und Thor. Sie vertraten nicht nur sich selbst, sondern die Ganzheit aller Götter, denn in ihren Funktionen– Souveränität (Odin), Schutz (Thor) und Ernährung (Freyr) – stehen sie für die gesamte Gesellschaft der Götter wie der Menschen. Diese Dreiheit männlicher Götter zeigt auch das Männlichkeitsideal des Heidentums: drei Möglichkeiten, die je nach Persönlichkeit verschieden stark verwirklicht werden, aber immer zusammengehören. Ein wahrer Mann ist nicht nur geistig-religiös tätig, nur Krieger oder nur Ernährer – Abwege, auf denen Mönche, Fremdenlegionäre und Workoholics ihr Leben vergeuden. Er muss allen drei Anforderungen entsprechen: seine Familie ernähren und schützen und sich geistig weiterentwickeln. Denn er hat natürlich eine Familie, wenn einer der drei Götter, die er in sich trägt, der Lebensspender Freyr ist. Nur Väter sind ganze Männer. Sie müssen es auch sein.

Freyr und Gerðr

Wie sein Vater Njörðr hat auch Freyr eine Frau aus dem Jötunstamm. Sie heißt Gerðr und ist die Tochter von Gymir („Erdmann”, von gyma, Erde). In der Edda wird erzählt, dass Freyr seinen Diener Skirnir als Brautwerber zu ihr schickte und ihm dafür sein Pferd und sein Schwert gab. Obwohl ihr Skirnir die Vorzüge Freyrs schilderte und reiche Brautgeschenke versprach, wollte Gerðr nichts von Freyr wissen. Schließlich drohte er, sie mit einem Runenfluch zu belegen, und so willigte sie in die Hochzeit ein.

Forscher haben viel über diese erpresserische Brautwerbung gerätselt, die zu Freyrs Wesen gar nicht passt, und halten sie für einen historischen Mythos: Freyr-Verehrer hätten das Land von Leuten erobert, die die Erdgöttin Gerðr nannten. Ihr Name hängt mit garðr (bebautes Land, Garten) zusammen, sie ist also die Göttin eines Bauernvolkes oder der bäuerlich genutzten Erde. So ergibt die Brautwerbung Skirnirs einen Sinn: Der Bauer liebt die Erde, aber er zwingt sie auch, für ihn Früchte zu tragen.

Tiere und Attribute Freyrs

Weil er das Skirnir hat, muss Freyr in der Götterdämmerung ohne Schwert mit Surtur kämpfen und wird getötet. Zuvor besiegt er in einem Zweikampf den Thursen Beli, indem er ihn mit einem Hirschgeweih tötet. Das kommt daher, dass eines von Freyrs heiligen Tieren, vielleicht sein ältestes Totem, der Hirsch ist, der auch in der keltischen Religion eine große Rolle spielt. Der keltische Gott Cernunnos, der ein Hirschgeweih auf dem Kopf trägt, ist wohl identisch mit Freyr. Ein anderes Tier Freyrs ist das Schwein. Er hat einen Eber mit Namen Gullinbursti (Goldborste). Mit seinem Schiff Skidbladnir kann er fliegen, d.h. Geistreisen unternehmen. Schließlich ist Freyr, wie auch Odin, das Pferd heilig. Als Totemtier weist es auf seine Rolle als Stammvater von Sippen wie der Ynglinge hin.

Gott des Wassers: Ingwaz/Yngvi-Freyr

Eine besondere Erscheinungsform Freyrs, des Lebensspenders, zeigt sich in seiner Verbindung zum Urelement des Lebens, dem Wasser. Als Gott des Wassers heißt er Yngvi-Freyr oder nur Yngvi. In England (Ing-Land) wird er unter dem Namen Ing verehrt. Von der altgermanischen Form Ingwaz leitet sich der Name der Ingwäonen ab, d.h. der Stämmegruppe, die an der Nord- und Ostsee lebte. Ingwaz ist auch der Name der 22. Rune, die ein Paar mit der 21. Rune, Laguz (Gewässer), bildet. Das altenglische Runengedicht sagt, daß Ing „über die Wellen gefahren” kommt. Man ruft ihn an, wenn man die vanischen Kräfte des Wassers beschwören will.

Als Vanengott ist auch Ingwaz/Yngvi-Freyr ein Zwilling. Die Namensform Ingunar-Freyr, die in der Edda vorkommt, deutet auf eine Göttin Ingun bzw. auf den Beinamen Ingun für Freyja als Göttin des Wassers hin. Entsprechend der natürlichen Bedeutung des Wassers waren „Wasserkulte” weit verbreitet. Die Heiligkeit des Wassers ist ein zentraler Punkt jeder Naturreligion.


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