Reiseführer Südnorwegen

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Schleppangeln mit der Harpe.


Gerade im Sommer sieht man an den Wochenenden die Norweger ganz langsam durch die Fjorde tuckern. Am schönsten finde ich dabei die ganz alten Holzboote die so in den 30er Jahren gebaut wurden. Der Diesel zündet im Sekundentakt und im Boot sitzt meist ein älteres Ehepaar im Sontagsoutfit. Sie hält sich im Mittelteil des Bootes auf und lässt sich von der Sonne verwöhnen oder bereitet gerade den Nachmittagskaffee vor.
Er sitzt hinten an der Ruderpinne, ein Arm Richtung Wasser über der Bordwand. Dieser Arm geht leicht hin und her in Fahrtrichtung.
Diese Boote fahren meist ganz dich am Land entlang.

Hier wird das Schleppangeln in seiner ruhigsten (norwegischen) Art praktiziert.

Wenn man diese Boote etwas länger beobachtet, sieht man gelegentlich, wie der Vortrieb raus genommen wird und er hinten ganz langsam eine Schnur einzieht und ein Fisch nach dem anderen vom Haken nimmt. Dabei kommt nie irgendwelche Hektik auf. Wenn alle Fische ab sind, wird wieder Fahrt aufgenommen und die Schnur Stück für Stück ins Wasser gelassen.

Wie das Angelgerät nun tatsächlich aussieht, bekommt man als Tourist nur sehr selten zusehen. Hier in Südnorwegen hat auch jeder sein eigenes „Getüttel“ zusammengebaut. Selten wird gerade bei den Älteren eine gekaufte Harpe verwendet.

Die Urform dieser norwegischen Angelform ist eigentlich sehr simpel gebaut. Es besteht aus 10 bis 20 m Messingdraht, ca. 100 m Packetband und einen Stein. Die Haken sind ausschließlich am Messingdraht befestigt. Meist in einem Abstand von 30 cm.

Jetzt hat man eine 80-er Schnur, ca. 100 m auf der Haspel. Am Ende ist ein Wirbel. In diesen Wirbel kommt ein Makrelenvorfach mit großen Haken und am Ende kommt ein Schleppblei von 200 bis 300 g. Das ist die einfache Art. Mit der Zeit verfeinert man das, je nachdem, wie schnell das Boot im Leerlauf fährt. Auch für die richtige Schnurlänge, um bei langsamer Fahrt dort die Köder zu haben, wo der Fisch ist, das muss man ausprobieren und dann in die Schleppschnur eine Schlaufe machen.

Wer sich einmal so eine fertige Harpe gekauft hat und es den Norwegern nachmachen wollte, war sicherlich längst nicht so erfolgreich. Auch wenn er im guten Abstand hinter so einem Boot gefahren ist. Hier ist Erfahrung gefragt.

Was ist dabei zu beachten?

Die Schnur muss einen Winkel im Wasser bilden, so dass die Haken gerade mal 10 cm zur Senkrechten durchs Wasser zieht.
Das erreicht man
a) durch das Gewicht am Ende und
b) durch die Geschwindigkeit mit dem Boot.

Wenn Fische angebissen haben, nicht gleich anhalten, ruhig warten, es kommen noch mehr! Dann erst den Motor auf Leerlauf stellen und nun so einziehen, dass die Schnur nicht ein Stück nach Hinten zurückgeht. Das passiert grundsätzlich, wenn man die Schnur beim Einholen aufwickelt. Die Schur vor die Füße fallen lassen. Wenn die Haken kommen ist Schluss mit einholen und ins Boot lassen. Die Haken bleiben draußen. Man pflückt nur den Fisch ab und lässt den Haken wieder ins Wasser.

Während die Schnur vor den Füßen liegt, sollte man seine Beine so unter Kontrolle haben, dass sie wirklich da bleiben. Bewegen kann man sich gern wieder, wenn die Schnur wieder draußen ist. Alles andere wäre Fatal.

Mit der Hape kann man auch auf Grund angeln.

So sieht meine Harpe ohne Vorfach aus:


 

 

 


 

 

 


 

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