Reiseführer Südnorwegen

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Namen der Trolle 

Vor langer, langer Zeit, als es die Menschen noch nicht gab, lebten die Trolle, die Elfen und die Zwerge im hohen Norden.

Der Troll ist es, der uns hier interessiert. Der Name kommt vom Norwegischen Wort „trylle“ also zaubern.

Es gibt verschiedene Trolle in den unwegsamen Wäldern Norwegens. Wenn sie Übermanns groß sind, haben sie häufig nur ein Auge und auf ihrem Kopf wachsen Bäume und Gräser. Ganz schauerlich sehen sie aus, wenn sie zwei oder gar drei Köpfe haben. Die kleinen Trolle sind winzige Gestalten, die unter den Baumwurzeln leben. Meist sind sie hinterhältig und stellen dem Wanderer ein Bein, damit sie etwas zum Lachen haben, wenn der hinfällt. Also sei auf der Hut und wenn du abends im Wald stolperst, schuld war ein Troll!

Am Tage hat man von ihnen nichts zu befürchten, sie werden erst in der Dämmerung aktiv. Das geht dann die ganze Nacht durch bis zum Morgengrauen. Die Trolle müssen sich jedoch vor dem Sonnenlicht in Acht nehmen. Bekommen sie einen Sonnenstrahl ab, werden sie zu Stein oder zerplatzen mit einem lauten Knall.

Die Menschen haben die Trolle immer weiter in die abgelegenen Gebiete gedrängt, als diese ihre Städte und Dörfer bauten. Dadurch wurde auch die Macht der Trolle eingeengt. Das hat die Trolle verdammt sauer gemacht, vor allem, dass gerade die Christen nicht an sie glauben. Seither essen sie Menschenfleisch. Die einzige Ähnlichkeit, die es zwischen den Menschen und den Trollen gibt ist die Gier nach Gold und Silber.

Die meisten Trolle sind uralt. Sie wissen oft schon nicht mehr wie alt sie tatsächlich sind. Sie habe kein Zeitgefühl, deshalb kann es vorkommen, wenn sie sich etwas zurufen, dass die Antwort schon mal einige hundert Jahre braucht.

Bei den Trollen gibt es, wie bei den Menschen böse und nicht so böse Exemplare. Hier möchte ich mal die wichtigsten aufzählen.


• Nøkk (Ausgesprochen: Nöck)

 

(Theodor Kittelsen)

Das ist wohl der hinterlistigste von allen. Es ist ein Süßwassertroll, der in Seen, Teichen und Tümpeln wohnt. Er wirft den ahnungslosen Fischern die Boote um und zieht Angler an den Schnüren ins Wasser, wenn sie nicht rechtzeitig los lassen. Manchmal verwandelt er sich in ein Schmuckstück oder in ein weißes Pferd. Wehe den, der das Schmuckstück aufsammeln will oder dem Pferd ins Wasser folgt!

 

• Draug (Ausgesprochen Drau)

(Theodor Kittelsen)

Der Draug ist ein Sjøtroll (Sjötroll), also ein Meerestroll. Er ist der Schrecken aller Fischer und Seefahrer. Auch der Widergänger (die in den Fluten ertrunken sind). Er kann fürchterliche Stürme erzeugen. Er zerschlägt Boote und sogar große Schiffe. Er hat so manche Fischersfrau oder Seemannsfrau zur Witwe gemacht.

 

 

Skogtroll (Sprich: Skotroll)

(Theodor Kittelsen)

Das ist der Waldtroll. Er ist der absolut schrecklichste von allen. Er ist ein einäugiger Zyklop. Er reist Bäume aus und erschlägt einem damit, wenn man sich in der Nacht in den Wald wagt.

 

 

 

 

• Fossegrimmen

Fossegrimmen ist einer von der gemäßigten Sorte. Er lebt unter Wasserfällen. Man kann ihn mit einem blutigen Stück Fleisch schnell milde stimmen. Wer das einmal gemacht hat, dem bringt er das meisterhafte Geigenspiel bei.

 

 

 

 

 


• Nisser

(Theodor Kittelsen)

Die Nisser sind von zwergenhafter Gestalt. Sie sind eigentlich sogar ganz nützlich, aber auch manchmal kleine listige Biester. Sie sorgen in Haus und Hof für Ordnung. Nur eins sollte man nie vergessen, kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Über Kleinigkeiten, wie mal einen Schal, Handschuhe, eine Mütze oder auch mal eine Hafergrütze sollte man schon mal springen lassen. Wenn man geizig ist, können die Nisser ganz schön biestig werden. Dann kann es vorkommen, dass einen das Haus abbrennt, oder das Vieh wird verhext. Sogar die gesamte Ernte können sie einem verderben. Wer die Nisser einmal im Haus hat, wird sie nicht wieder los. Dann muss man sich halt mit ihnen Arrangieren.


 

 

 

• Huldra oder Huldras. (sprich Hüldra)

Das sind die einzigen weiblichen Trolle. Sie haben goldblonde Haare und sind richtig lieblich an zu sehen. Einen Haken haben diese schönen Wesen, sie haben immer einen Kuhhintern mit einem Ringelschwanz. Sie locken Jünglinge und sogar Männer in den Wald. Bisher ist noch keiner wieder zurückgekehrt. Deshalb hier die Warnung an alle weiblichen Reisegäste: achtet darauf, dass eure Männer nie bei Anbruch der Dunkelheit in den Wald gehen. Lasst es euch auch gefallen, wenn euch eure Männer gelegentlich den Po tätscheln, sie wollen sich nur immer wieder versichern, dass es die eigene Frau ist und keine Huldra.

Es gibt mehrere Versionen, wie die Trolle entstanden sind. Ich möchte hier einmal zwei aufführen.

1. Der liebe Gott kam einmal unangemeldet bei Adam und Eva zu Besuch. Das Pech war nur, dass Eva die Kinder noch nicht alle gewaschen hatte. Weil es ihr aber peinlich gewesen wäre, wenn eins der ungewaschenen Kinder beim lieben Gott auf dem Schoß gesessen hätte, schickte sie einfach diese schnell in den Wald. Darüber waren die Kinder unheimlich sauer und sind aus Trotz dort geblieben. Sie haben sich mit den Waldgeistern, den Elfen und den Zwergen verbündet und das Geschlecht der Trolle gegründet.
2. Eine in meinen Augen unschöne Begründung, aber auch sie wird erzählt: Man hat früher missgebildete und geistig zurückgebliebene Dorfbewohner im Wald ausgesetzt. Mit der Zeit bekamen sie dann das trollhafte aussehen.

Es gibt unendlich viele Abbildungen von Trollen in Norwegen. Am schönsten finde ich die kleinen Figuren, die man fast in jedem Geschäft kaufen kann. Auch Gemälde, Kinderbücher und Skizzen mit Trollen sind weit verbreitet. Der wohl bekannteste und mit Abstand berühmteste Trollmaler Norwegens ist Theodor Kittelsen (1857-1914), der als Vater von neun Kindern, Schriftsteller und Märchenillustrator Zeit seines Lebens bittere Armut litt. Ihm verdanken wir die zauberhaftesten und phantasievollsten Trollaquarelle und -zeichnungen. Menschenscheu, wie er war, meckerte er über seine Malerkollegen, "von denen könne keiner einen richtigen Troll malen, schließlich habe im Gegensatz zu ihm nie einer auch nur einen Troll zu Gesicht bekommen". Nach seinem Tod wurde es für seine Witwe noch schlimmer; zu Spottpreisen musste sie viele seiner Bilder verkaufen. Einige Jahre später waren sie ein Vermögen wert ... Im Herbst 1990 wurde das Aquarell "der weiße Bär König Valemon " in Oslo für 1,8 Millionen Kronen verkauft.

Wie stehen eigentlich die Norweger zu diesen Geschichten? Wenn man jemanden fragt, wird man immer zu hören bekommen: „Das sind halt Märchen, die von der Großmutter an die Enkel weiter gegeben werden, genauso wie ein alter Seemann vom Klabautermann erzählt.“ Nur gehe mal mit einem Norweger nachts in den Wald. Er wird kaum laute Witze über Trolle machen. So nach dem Motto: „Na ja, man kann schließlich nicht alles wissen und etwas Vorsicht schadet ja auch nicht. Außerdem wollen wir ja auch keinen stören.“

 

 

Weitere Fragen zu diesem Thema beantworte ich gern im Forum:

www.norwegen-angelfreunde.de

 

 

 


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