Reiseführer Südnorwegen

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Wodurch entsteht der Wind?

Erst einmal einige Grundbegriffe:

Die Sonne erwärmt die Erdoberfläche. Dabei wird das Wasser weniger stark von der Sonne erwärmt als das Land. Entsprechend stark wird dann auch die Luft über dem Land und dem Wassere erwärmt. Die warme Luft steigt nach oben und wird von der kälteren Luft ersetzt.

Wenn man sich das nun einmal durch den Kopf gehen lässt, dann kommt man zu dem Schluss:
Dieser Wärmeaustausch ist der Wind.

Also ist Wind immer kalte Luft.

Noch ein Grundsatz:
Die Sonne kann durch ihre Strahlung überwiegend nur festes Material (Felsen, Sand, Wasser usw.) erwärmen, nicht die Luft.

Daraus kommt die Erkenntnis, dass z.B. ein schwarzes Felsmassiv die Sonnenstrahlung nicht reflektiert, sondern aufnimmt und das dann in Wärme umsetzt. Der Fjord mit seinen gewaltigen Wassermassen wird von der Sonne längst nicht so erwärmt, wie die dunklen Felsen drum rum.

Was passiert denn nun?
Die Luft über den Felsen wird sehr schnell erwärmt und steigt entsprechend schnell auf. Über dem Wasser ist die Erwärmung der Luft nicht so stark. Jetzt haben wir im Grunde zwei unterschiedliche Luftströmungen in einem sehr begrenzten Raum, die sich addieren oder aufheben können, je nachdem von wo die Sonne einwirkt. Meist zieht aber die kältere Luft vom Wasser über das Land.
Das ist auch die Ursache, der unterschiedlichen Windrichtungen über den Tag gesehen, bei starker Sonneneinstrahlung in den Sommermonaten. Das ist aber nur dann merkbar, wenn die Gesamtwetterlage eine ruhige Hochdrucklage ist.

Es gibt aber auch Besonderheiten durch bestimmte landschaftliche Bedingungen. Das ist gerade in Norwegen der Fall.

Steil aufragende Berge mit Schnee oder großen Wasserfällen. Es reicht auch schon, wenn am gesamten Berg viel Wasser herunter läuft. Was haben wir denn hier als besondere Situation?

Das Wasser ist sehr kalt und durch die schnelle Fließgeschwindigkeit kann es nicht von der Sonne erwärmt werden. Dadurch wird auch der Felsen kalt bleiben. Das wird noch extremer, wenn Schnee liegt. Jetzt ist nämlich das Wasser im Fjord / Meer wärmer als die Felsen.

Und nun?
Richtig, der Wind kommt vom Festland. Die warme Luft steigt jetzt nämlich auf dem Meer auf und die Kalte Luft strömt die Felsabhänge runter. Das kann mit unter zum richtigen Sturm ausarten. Nicht gerade angenehm, wenn man mit dem Boot draußen ist.
Wann tritt das auf?
Wenn man ganz klaren Himmel hat und die Sonne schön auf das Wasser scheint. Sonst aber noch Herbst bis Frühling ist. Im Sommer passiert so etwas in Mittelnorwegen bis ganz nach Norden hin. Südnorwegen ist davon nicht ganz so betroffen.

Jetzt kommen wir zu größeren Maßstäben.

Es ist ein wolkenloser Himmel, die Sonne scheint. Die felsige Landschaft wird erwärmt. Die Luft steigt relativ gleichmäßig auf. Es entsteht eine vertikale Bewegung. Durch den Aufstieg vermindert sich der Luftdruck und die kalte Luft strömt ein (horizontal). Dabei kondensiert die Luftfeuchtigkeit und es entstehen Kumuluswolken. Den Einfluss der Erdrotation auf den Wind möchte ich hier nur am Rande erwähnen. Das ist nämlich der Grund, weswegen von den Roßbreiten (35°N) bis zur Polkappe die Westwinddrift vorherrscht. Das sorgt dafür, dass der Wind von seiner ursprünglichen Richtung abgelenkt wird. Je weiter man zum Pol kommt, umso stärker. (Coriolis-Kraft)

Vielleicht geht dem einen oder anderen jetzt ein Licht auf, wenn er im Landesinneren Windstille hat, dann zum Meer kommt und sich wundert, weswegen hier ein leichter Wind herrscht, der dann auch noch zu unterschiedlichen Tageszeiten aus anderen Richtungen kommt. Bei tagelangem Sonnenschein im Landesinneren kann es an der Küste sogar unangenehm stürmisch sein.


 

 

 

 

 


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