Der Anfang

 

Auf dem norwegischen Boden siedelten sich die ersten Menschen an, als sich das Inlandeis von Skandinavien zurück zog.

Vor ungefähr 10 000 Jahren folgten die Vorfahren der Norweger auf dem langen Weg nach Norden dem Rentier und dem essbaren Wild. Das Land, in das sie kamen, hatte jahrtausendelang unter Eismassen gelegen, so dass die Küste etwa zweihundert Meter höher lag als heute.

 

Die ältesten Funde, die auf eine Existenz des Menschen schließen lassen, findet man heute auf einem Hügel in der südöstlichen Region Østfold, nicht weit der südlichen Grenze nach Schweden. Man vermutet, dass dieser Hügel wahrscheinlich eine der Küste vor gelagerte Insel direkt südlich der Gletscherkante ist.
 

Man ist sich nicht einig darüber, woher die Ahnen der Norweger kamen. Auch nicht welche Wege nach Norden sie benutzten. Ein Weg war sicherlich durch Østfold. Funde von Siedlungen sind fast identisch wie die in Südschweden und Dänemark. Ein anderer möglicher Weg kann der vom so genannten Nordsee-Kontinent nach Südwestnorwegen gewesen sein.
 

Diese ersten Norweger waren Jäger, die in kleinen Gruppen lebten. Heute findet man Reste ihrer Existenz in Form von Feuersteinwerkzeugen, Tongefäßen und vor allem Felszeichnungen (Helleristninger). Diese Felsenkunst kommt in der Gestalt von in Stein geschliffenen oder gehauenen Bildern in allen Landesteilen vor. Die Zeichnungen stellen Beutetiere dar: Rentiere, Hirsche, Elche, Bären und Fische. In selteneren Fällen sind Menschen und Schiffe abgebildet.
 

Der Übergang zur Agrarkultur begann in Norwegen vor 5000 bis 6000 Jahren, und zwar zunächst in den Gegenden um den Oslofjord. Im Bronzealter (1500-500 v. Chr.) sind es die Kulturformen des Bauern, die vor allem in Südnorwegen, im archäologischen Material vorherrschend sind. Funde aus Nordnorwegen aus derselben Zeit zeigen jedoch, dass die Menschen hier Jäger waren. So hat es vielerorts in Finnmark große Jagdsiedlungen gegeben, die davon erzählten, dass zu bestimmten Jahreszeiten viele Menschen zusammengearbeitet haben.
 

Aus der Römerzeit (Chr. Geburt - 400 n. Chr.) zeugen Grabfunde vom Kontakt mit den Kulturländern im Süden. Bronzekessel, Glas und Waffen hatten den Weg nach Norden gefunden. Die Kunst des Schreibens in Form von Runeninschriften wurde ebenfalls zu dieser Zeit im Norden bekannt.
 

Die Völkerwanderungszeit (400-550 n. Chr.) war in Europa eine unruhige Zeit. Funde in Norwegen deuten darauf hin, dass dies auch hier der Fall gewesen ist. Die Existenz von Bauernhöfen in peripheren Gegenden entlang der norwegischen Südküste besagt etwas darüber, dass die Besiedlungen den Sättigungspunkt erreicht hatten. Analysen von Blütenstaub deuten außerdem darauf hin, dass die Wälder an den Küstenstrecken nach Westen hin ungefähr gleichzeitig vollständig abgeholzt waren. Aufgrund der unruhigen Zeiten schufen sich die Volksstämme Verteidigungssysteme wie zum Beispiel Festungen. Am Ostufer von Norwegens größtem Binnensee, dem Mjøsa, findet man noch heute über eine Strecke von 50 km verstreute Schanzenreste.

 

 

 

 


 

Die Wikingerzeit (rund 800-1050 n.Chr.)

 

Die Wikingerzeit bezeichnet das Ende der vorhistorischen Periode in Norwegen. Aus dieser Zeit gibt es ebenfalls keine schriftlichen Quellen; man ist also weiterhin auf archäologisches Material angewiesen, um sich Kenntnisse über diese Zeit zu verschaffen. Die Sagas jedoch sind in gewisser Weise eine Quelle. Obwohl sie später niedergeschrieben wurden, beruhten sie doch auf der mündlichen Überlieferung von Generation zu Generation.(Ähnlich der Bibel) Insgesamt gesehen wissen wir heute, dass die Wikingerzeit eine der unvergleichbar reichsten prähistorischen Perioden des Nordens gewesen sein muss.
 

Das Kloster Lindisfarne an der englischen Ostküste wurde im Jahre 793 ausgeplündert. Dieses Ereignis wird von vielen Gelehrten zum Beginn der Wikingerzeit erklärt. Über weite Gebiete in West- und Südeuropa werden die Wikinger noch immer als grausame Angreifer betrachtet, die ihre Opfer mit Feuer und Schwert ins Verderben schickten. Das ist jedoch nur ein Teil der Wahrheit. Die Wikinger kamen auch in friedlicher Absicht, um zu handeln und zu kolonisieren. Norwegische Wikinger ließen sich auf den Orkney-Inseln nieder, auf Shetland, den Hebriden und auf der Isle of Man. Nordschottland und Irland wurden ebenfalls zu ihrer Heimat, und Dublin, gegründet von den Wikingern in den Jahren um 840, war bis 1171 Sitz eines norwegischen Königshauses.
 

Auf Island und Grönland fanden norwegische Wikinger unbebautes Land. Dort ließen sie sich nieder und bildeten Gemeinden. Das Island von heute ist eine direkte Folge der Kolonisation der Wikinger. Auf Grönland demgegenüber starben die altnordischen Volksstämme aus unbekannter Ursache jedoch wenig später aus.
 

Die norwegischen Wikinger kamen hauptsächlich aus dem Süden und Westen des Landes, wo das Land bis an die Grenze des Tragbaren ausgebeutet war. Im Südosten und im Norden Norwegens andererseits hielten in ehemals unbebauten Gegenden -- vor allem in Tälern und Gebirgsorten -- Landwirtschaft und andere Wirtschaftszweige ihren Einzug.
 

Für ihre zahlreichen Expeditionen brauchten die Wikinger schnelle und seetüchtige Schiffe sowie Männer, die diese auf der offenen See navigieren konnten. Die Tatsache, dass die Wikinger nach Amerika und zurück segelten -- und zwar nicht nur einmal, sondern mehrmals --, bezeugt, dass sie ihre Schiffe beherrschten. Vor allem, dass sie sich in der Navigation ausgekannt haben mussten. Die Sage erzählt, dass es Leiv Eriksson war, der im Jahre 1001 Vinland entdeckte, "das Land der guten Wiesen"; heute aber ist man der Auffassung, dass andere Wikinger vor ihm auf dem amerikanischen Kontinent waren. Das Ende der Wikingerzeit fiel ins Jahr 1066, als der norwegische König Harald Hardråde (Harald der Strenge) und sein Heer in der Schlacht von Stanford Bridge in England geschlagen wurden.

 


 

Norwegen -- ein geeintes Königreich

 

Bis ins 9. Jahrhundert hinein waren die Regionen, die später zur Nation Norwegen wurden, nicht geeint. Aber sowohl Gruppen als auch Einzelpersonen versuchten, sie zusammenzubringen. Zwei Arten von Gemeinden wurden gebildet:

  • Um das "Allting" -- die Verfassung -- herum organisierte Gemeinden, auch "Ting" genannt
  • Kleinkönigtümer


Das muss mehrere Gründe gehabt haben. Nicht zuletzt den, dass die Bauern, vor allem die in den Küstengebieten, Frieden und Kontinuität brauchten. Sie wurden nämlich wiederholt von Räuberbanden belästigt und von heimkehrenden Wikingern geplündert. Die Küstengegenden verfügten zu dieser Zeit über beträchtliche Reichtümer in Form von geraubtem Gut und Handelsware. Da saßen sie gefestigt auf ihrem Thron, die kleinen Könige, die aufgrund ihrer Verwandtschaftsverhältnisse oder durch Heiraten Beziehungen zueinander hatten, die ihnen beträchtliche Macht verliehen.
 

Die Kleinkönige im Viken -- dem Gebiet um den Oslofjord -- spielten eine große Rolle in diesem Prozess. Mehr und mehr Landgebiete wurden ihrer Macht unterstellt. Nach einer Seeschlacht beim Hafrsfjord in der Nähe von Stavanger im Jahre 872 verstärkte Harald Hårfagre (Harald Schönhaar -fagre = Altnorwegisch schön-) seine Position und regierte über große Teile Norwegens. Dieser Einigungsprozess währte jedoch über weitere Jahrzehnte, mit blutigen Auseinandersetzungen zwischen norwegischen Oberhäuptern und anderen Völkern des Nordens. Allem Anschein nach war der Einigungsprozess um das Jahr 1060 vollendet.

 


 

Die Einführung des Christentums

 

 

Die Einführung des Christentums in Norwegen erstreckte sich über einen langen Zeitraum, wahrscheinlich zweihundert Jahre. Es war das natürliche Ergebnis des Kontakts der Norweger mit dem christlichen Europa, den diese zum einen durch Handelsbeziehungen hatten und zum anderen durch die Fahrten der Wikinger. Die Kirchen in England, Deutschland und Dänemark hatten mit ihrer Missionsarbeit jedoch auch zur Schwächung des traditionellen Glaubens an die Asen, die altnordischen Götter, beigetragen. Ihren Höhepunkt erreichte die Entwicklung mit den drei Missionskönigen -- Håkon Adalsteinfostre (genannt "der Gute"), Olav Tryggvason und Olav Haraldsson. Als letzterer in der Schlacht von Stiklestad im Jahre 1030 fiel, wurde er als Heiliger angesehen. Somit war es die Kirche, die den endgültigen Sieg errang.
 

Seit Mitte des 11. Jahrhunderts bezeugen die Gesetze, die erlassen, die Lieder, die gesungen und die Monumente, die errichtet wurden, dass das Christentum in Norwegen Fuß gefasst hatte. Kurz vor 1100 wurden die ersten Bistümer ins Leben gerufen, unter ihnen das Bistum Nidaros (Trondheim), ab 1152 Sitz des Erzbischofs. Der norwegische Erzbischof spielte auch eine politische Rolle. Im Jahre 1537 kam durch königlichen Erlass die Reformation ins Land. Zu dieser Zeit war Norwegen unter dänischer Herrschaft, und die Reformation wurde eingeführt, indem die so genannte dänisch-norwegische Kirchenordnung ganz einfach auch für Norwegen verbindlich gemacht wurde. Seit dem frühen 17. Jahrhundert war die Lehre Luthers das einzige Glaubensbekenntnis in Norwegen.

 


 

Das Mittelalter

 

Das Jahr 1130 war in der norwegischen Geschichte eine Zäsur. Der Frieden wurde von Auseinandersetzungen abgelöst, den so genannten "Bürgerkriegen", die bis 1227 anhielten. Diese Jahreszahl steht jedoch auch für den Beginn des norwegischen Hochmittelalters -- ein Zeitraum, in dem die Bevölkerungszahl stieg und die Kirche sich konsolidierte. Städte wurden aufgebaut und wuchsen weiter. Als die Krone und die Kirche einen Distrikt nach dem anderen unter ihre Oberhoheit brachten, nahm auch der Grad an öffentlicher Verwaltung und Leitung zu. Historiker sagen, dass man Norwegen von jetzt an ein geeintes Königreich nennen könne.
 

Im 12. und 13. Jahrhundert nahm die Macht der Monarchie zu, und zum Schluss siegte sie sowohl über die Kirche als auch die Aristokratie. Die alte weltliche Aristokratie wurde von einer dienenden Aristokratie abgelöst. Auch die Verhältnisse der Bauern änderten sich im Hochmittelalter; von Besitzern des eigenen Grunds und Bodens wurden sie zu Pachtbauern. Der Bauer jedoch, der sein Land normalerweise auf Lebenszeit gepachtet hatte, genoss den Status des freien Mannes, was in der damaligen Zeit im übrigen Europa eine ziemlich seltene Erscheinung war. Auch die Sklaven der Wikingerzeit verschwanden im Hochmittelalter.
 

Während dieses Zeitraums verschob sich der politische Schwerpunkt vom Südwesten auf Distrikte um den Oslofjord. Im 13. Jahrhundert, zur Zeit der Herrschaft König Håkons V., wurde Oslo die Hauptstadt Norwegens. Bis dahin war dieser Ort eine unbedeutende Anhäufung von Häusern am inneren Oslofjord gewesen. Noch zur Zeit der Pest, die Norwegen im Jahre 1350 heimsuchte, wohnten Berechnungen zufolge nicht mehr als 2000 Menschen in Oslo. Bergen soll gleichzeitig 7000 Einwohner gehabt haben und Trondheim 3000.
 

Gemessen an europäischen Standards waren die staatlichen Einnahmen Norwegens im Hochmittelalter äußerst bescheiden. Gegen Ende der Periode reichten sie kaum aus, um eine Erweiterung des königlichen Militär- und Regierungsapparates zu finanzieren. Die Pest hatte die Bevölkerungszahl gewaltig reduziert, nämlich auf mindestens die Hälfte oder sogar ein Drittel von vor 1350. Das führte dazu, dass König und Adel versuchten, sich Einnahmen aus Grundbesitz und Lehen zu verschaffen. Dies trug zur Bildung politischer Unionen in den nordischen Ländern bei.
 

Schon von 1319 bis 1343 hatte zwischen Norwegen und Schweden eine Personalunion bestanden. Diese Einrichtung bemühte man sich, weiter auszubauen, indem man unter anderem interskandinavische königliche Heiraten arrangierte. Håkon VI. (1340-80), Sohn des schwedischen Königs Magnus Eriksson und seiner Ehefrau Ingebjørg, der Tochter von Håkon V., war laut Erbfolgerecht rechtmäßiger Erbe des norwegischen Throns. Er heiratete Margrethe, Tochter Waldemars IV. Atterdag von Dänemark. Ihr Sohn Olav wurde beim Tod Waldemars im Jahre 1375 zum dänischen König gewählt. Zu einer Union zwischen Dänemark und Schweden kam es, als Olav nach dem Tod seines Vaters im Jahre 1380 den norwegischen Thron erbte. Diese Union sollte bis zum Jahr 1814 bestehen.

 


 

Die Union mit Dänemark

 

Das Spätmittelalter war für Norwegen eine Zeit des wirtschaftlichen Verfalls. Die Bevölkerung war durch die Pest und andere Epidemien im 14. Jahrhundert dezimiert. Zahlreiche, in abgelegenen Gegenden liegende Bauernhöfe wurden aufgegeben, und die Einnahmen gingen zurück. Manche Forscher behaupten, dass eine gewisse Verschlechterung des Klimas und die Macht, die die Hanseaten über die norwegische Wirtschaft hatten, die Ursachen des Niedergangs waren. Andere Forscher neigen zu der Auffassung, dass das im Laufe der Zeit ausgelaugte Erdreich einen Teil der Schuld an dieser Entwicklung trage.
 

Der wirtschaftliche Rückgang in Norwegen bekam politische Folgen. Dänemark wurde allmählich zum Hauptland des Nordens; deutsche und dänische Adlige übernahmen die wichtigsten Ämter. Ländereien und Bistümer fielen in zunehmendem Maße in ausländische Hände. Der norwegische Adel schrumpfte, und somit schwanden auch der Wille und die Fähigkeit zur Selbstbehauptung.
 

Im Jahre 1450 wurde Norwegen durch den Unionsvertrag fester an Dänemark gebunden. Der Vertrag sollte garantieren, dass es der norwegische Reichsrat war, der bei der Wahl eines Königs die Macht hatte; doch diese Vereinbarung wurde nie eingehalten. Auch sollte keins der beiden Reiche die Oberherrschaft über das andere haben. Die Wirklichkeit aber sah anders aus.
 

Im Jahre 1536 hörte Norwegen auf, ein eigenes Reich zu sein. Das geschah auf einer Reichsversammlung in Kopenhagen, wo Christian III. dem dänischen Adel versprechen musste, dass Norwegen in Zukunft wie jedes andere dänische Besitztum der dänischen Krone unterstellt sein würde. Der norwegische Reichsrat wurde aufgehoben, und die norwegische Kirche verlor ihre Selbständigkeit. Dänische Adlige konnten ohne weiteres in Norwegen Statthalter werden und sich Einkommen aus Norwegen sichern.
 

Aufgrund dieser engen politischen Verknüpfung mit Dänemark wurde Norwegen zwangsweise in die Kriege hineingezogen, die Dänemark mit Schweden und den Ostseemächten führte. Das Ergebnis: Der dänische König überließ Schweden die norwegischen Gebiete Jemtland und Herjedalen im Jahre 1645 sowie Båhuslen und das Lehen Trondheim im Jahre 1658. Letzteres wurde jedoch zwei Jahre später an Norwegen zurückgegeben.
 

Eine Ständeversammlung in Kopenhagen im Jahre 1660 huldigte Frederik III. als Thronerbe und stellte es ihm anheim, den Königreichen eine neue Verfassung zu geben. Auf diese Weise wurden die beiden Reiche zu einer absoluten Monarchie, was Norwegens Position für den Rest der Unionszeit prägen sollte. Zwar wurde Norwegen von Kopenhagen aus regiert, aber da die absoluten Monarchen häufig unfähig waren zu regieren, lag die tatsächliche Macht beim Beamtenstand. Norwegen zog im großen ganzen Vorteile daraus, da unter den Staatsbeamten ein gewisses Verständnis für die norwegischen Standpunkte erwachte. In Verbindung mit spezifisch norwegischen Angelegenheiten wurden denn auch die Ansichten der hochrangigen norwegischen Beamten häufig respektiert.
 

In dieser Zeit der absoluten Monarchie wurde eine Politik angestrebt, bei der Dänemark und Norwegen als wirtschaftliche Einheit behandelt werden sollten. Damit bekam Dänemark das alleinige Recht, in Südostnorwegen (1737) Getreide zu verkaufen, während in Dänemark ein entsprechendes Monopol für den Verkauf von norwegischem Eisen errichtet wurde. Durch die so genannten Stadtprivilegien von 1662 wurde jeglicher Handel mit Nutzholz in den Städten abgewickelt, wo es nur den Bürgern erlaubt war, Nutzholz von Bauern und Sägewerksbesitzern zu kaufen. Damit wollte man in den Städten ein kapitalkräftiges Bürgertum schaffen -- und dieses Ziel wurde erreicht.
 

Das Bürgertum, das im Kielwasser der wirtschaftlichen Entwicklung entstand, repräsentierte ein gewisses Nationalbewusstsein, was hauptsächlich im 18. Jahrhundert merkbar wurde. Dieses Bewusstsein mag seinen Ursprung in dem starken wirtschaftlichen Wachstum dieser Gesellschaftsklasse haben; der entscheidende Faktor aber war wahrscheinlich der wachsende Widerstand gegen die Anstrengungen der Regierenden, Kopenhagen zum wirtschaftlichen Mittelpunkt des Gesamtreichs zu machen. Im Wettbewerb mit den mächtigen Handelshäusern in Kopenhagen konnten sich die norwegischen Kaufleute nur schwer behaupten.
 

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts ging der größte Teil des Imports über Kopenhagen. Die Holzhändler aus Südostnorwegen verlangten einstimmig nach einer eigenen norwegischen Bank, wobei sie gleichzeitig den Wunsch der Beamten nach einer eigenen norwegischen Universität unterstützten. Diese Wünsche wurden jedoch nicht erfüllt, weil die Regierung alles fürchtete, was Norwegen einen freieren Status geben und damit die Union schwächen könnte. Eine eigene Bank und eine eigene Universität wurden mit der Zeit zu Symbolen für ein wachsendes Nationalgefühl.
 

Die Entwicklung beschleunigte sich während der Napoleonischen Kriege von 1807 bis 1814. Dänemark-Norwegen war Frankreichs Bündnispartner, was unter anderem zu einer Blockade führte, die Norwegen nicht nur vom Mutterland isolierte, sondern auch von den Märkten. Holzausfuhr und Schifffahrt hörten auf; das Ergebnis waren Not und Hunger. Da Norwegen nicht von Kopenhagen aus verwaltet werden konnte, wurde eine Regierungskommission aus Beamten gebildet, die diese Aufgabe wahrnehmen sollte. Der König, Frederik VI., beugte sich der Forderung nach einer Universität, die daraufhin im Jahre 1811 gegründet wurde. All diese Ereignisse waren die Voraussetzung für die Geschehnisse im Jahre 1814.

 


 

Loslösung von Dänemark im Jahre 1814

 

Bei der Schlacht von Leipzig im Oktober 1813 erlitt Napoleon seine große Niederlage. Einer seiner Gegner dort, das Königreich Schweden, hatte vorher Finnland ans Zarenreich im Osten abtreten müssen und wollte jetzt zum Schutz seiner Grenze im Westen Norwegen haben. Die Alliierten Schwedens hatten deshalb versprochen, Norwegen als eine der Kriegsbeuten an Schweden abzugeben.


Dem Sieg der Alliierten bei Leipzig folgten diplomatischer Druck in Kopenhagen und auf dem Wege über Holstein ein Militärangriff auf die Doppelmonarchie. Im Januar 1814 kapitulierte Frederik VI., trennte sich von Napoleon und übergab Norwegen seinen schwedischen Gegnern. Damit war die 434 Jahre währende Union zwischen Norwegen und Dänemark aufgelöst.
 

Das Abkommen jedoch, das zwischen Dänemark und den Gegnern geschlossen wurde, enthielt für Norwegen wesentliche politische Elemente. Es besagte, dass Norwegen als selbständiges Reich wieder unter die Staaten eingereiht werden sollte -- in Union mit Schweden. In der darauf folgenden Proklamation des schwedischen Königs Carl XIII. heißt es dementsprechend, Norwegen solle den Status eines selbständigen Reiches haben -- mit einer eigenen freien Verfassung, mit nationaler Vertretung sowie mit eigener Regierung und eigenem Steuerrecht.
 

Die Norweger stimmten nicht unmittelbar zu. Statthalter in Norwegen war zu dieser Zeit der Neffe des dänischen Königs, Prinz Christian Frederik. In Übereinstimmung mit seinem Onkel bahnte er den Weg für einen norwegischen Aufstand, um die Übernahme Norwegens durch die Schweden zu verhindern, aber wohl auch um eine Wiedervereinigung der Unionsreiche zu bewerkstelligen.
 

Das Spiel des Statthalters führte zur Einberufung einer verfassungsgebenden Versammlung. Die Abgesandten trafen sich in Eidsvoll, etwa 70 km nördlich von Oslo, und am 17. Mai 1814 wurde die Verfassung verabschiedet und Christian Frederik zum norwegischen König gewählt. Der 17. Mai wird noch heute als norwegischer Nationalfeiertag begangen.
 

Die Sieger aus den Napoleonischen Kriegen waren jedoch nicht gewillt, vom Abkommen abweichende Regelungen anzuerkennen. Es wurde diplomatischer Druck ausgeübt, und als dieser nicht schnell genug zu Ergebnissen führte, begann Schweden Ende Juli mit ausgebildeten Truppen einen Feldzug, der die Norweger rasch gefügig machte. Mitte August wurde in Moss südlich von Oslo ein Übereinkommen unterzeichnet, in dem Schweden die in Eidsvoll beschlossene Verfassung akzeptiert, mit den für eine Union der beiden Reiche erforderlichen Änderungen. König Christian Frederik verzichtete am 10. Oktober 1814 auf seine Macht und verließ das Land. Damit war Norwegen in eine neue Union eingetreten.

 


 

1814-1905

 

Die ersten Jahre nach 1814 waren ein ununterbrochener Kampf um die Existenz des neu organisierten Staates. Norwegen erlebte seine bisher schlimmste wirtschaftliche Depression. Der gemeinsame Markt mit Dänemark war aufgelöst, und der britische Markt war für norwegisches Holz gesperrt. Bergwerke und Sägewerke verloren ihre ausländischen Abnehmer. Zahlreiche wohlhabende Bürger der Mittelklasse im Südosten Norwegens gingen bankrott. Es war eine tiefgehende und lang anhaltende Krise.
 

In diesen wirtschaftlich schweren Jahren kam es zwischen der norwegischen Nationalversammlung, dem Storting, und der schwedischen Monarchie zu einer Reihe von Kraftproben. Das Grundgesetz wurde benutzt, um den norwegischen Adel abzuschaffen, unter anderem um den schwedischen König daran zu hindern, sich durch die Ernennung neuer Adliger Unterstützung zu verschaffen. Eine Krisensituation im Jahre 1821 führte jedoch dazu, dass der Schwedenkönig Truppen nach Oslo beorderte, um das Storting zu zwingen, eine Stärkung der Monarchie zu akzeptieren. Die Vorschläge wurden jedoch zurückgewiesen.
 

Seit Beginn der 1830er Jahre erlebte Norwegen einen allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung, der den Wunsch nach einer freieren Handels- und Zollgesetzgebung weckte. Das Recht, Handel zu treiben, wurde erweitert, und die Zolltarife bekamen ein stärkeres Gepräge zugunsten des Freihandels. Auch sonst war Norwegen mehr und mehr Teil der allgemeinen europäischen Entwicklung. Die erste Eisenbahnlinie des Landes -- Oslo-Eidsvoll -- wurde 1854 freigegeben, und es wurden Telegrafenleitungen verlegt. In der Landwirtschaft wurden neue Bewirtschaftungsmethoden eingeführt.
 

Die Grundlage für die moderne Industrie Norwegens wurde in den 1840er Jahren gelegt, indem die ersten Textilfabriken und Maschinenwerkstätten gegründet wurden. Zwischen 1850 und 1880 nahm die norwegische Handelsflotte beträchtlich an Umfang zu.
 

Im Kielwasser der wirtschaftlichen Entwicklung verschärften sich die Klassengegensätze. Auch in Norwegen hatte die Februarrevolution von 1848 Folgen für die politische Bewegung unter den Arbeitern. Die Forderung nach politischen Reformen wurde immer lauter.
 

Im Storting machten sich mit der Zeit Gegensätze zwischen Vertretern der das Land regierenden Beamtengruppe und den Vertretern der Bauern und der radikalen Kräfte geltend. Schon im Jahre 1833 hatten die Bauern die Mehrheit im Storting. 1859 misslang der erste Versuch, eine Parteiorganisation zu bilden; aber bereits zehn Jahre später sah der erste linke Flügel das Licht der Welt in der Nationalversammlung, allerdings ohne Parteiorganisation. Norwegens erste Partei, die radikale liberale Linkspartei (Venstre) wurde 1884 gegründet, und ihre Gegenpartei -- die norwegische konservative Partei Høyre -- wenige Monate später.
 

Die Widersprüche zur schwedischen Monarchie wurden in der Union rasch sichtbar, nicht zuletzt weil die Außenpolitik ganz und gar von Stockholm her geführt wurde. Schon im Jahre 1827 verlangte das Storting vom schwedischen König, dass es dem norwegischen Ministerpräsidenten erlaubt sein müsse, bei diplomatischen Angelegenheiten mitzuwirken. Es wurden weitere Vorstöße gemacht, um die Gleichberechtigung Norwegens in der Union zu fördern, unter anderem indem Norwegen seine eigene Handelsflagge bekommen sollte.


Die richtig große Auseinandersetzung mit der schwedischen Monarchie galt jedoch der Frage der Einführung des Parlamentarismus, das heißt jenes staatsrechtlichen Prinzips, dass eine Regierung die Unterstützung der Nationalversammlung haben muss, um an der Macht bleiben zu können. Als Grundlage dafür beschloss das Storting in den Jahren 1874, 1879 und 1880 Verfassungsänderungen, die den Ministern den Zutritt zu den Storting-Debatten erlauben sollten. Jedes mal aber verweigerte der König seine Sanktion.
 

Damit wurde die Frage aufgeworfen, inwieweit Verfassungsänderungen sowohl des Einverständnisses des Königs als auch des Stortings bedurften. Das Kabinett und die Abgeordneten der konservativen Partei Høyre meinten, dem sei so. Die liberale Partei Venstre war jedoch entschlossen, die Sache durch einen so genannten Reichsgerichtsprozess auf die Spitze zu treiben. Nach einem Wahlkampf im Jahre 1883, der mit einer Grausamkeit ohnegleichen geführt wurde, kam die liberale Partei mit 82 Abgeordneten ins Storting zurück; die Høyre mit 32. Das Kabinett Selmer wurde vor dem Reichsgericht angeklagt und im Jahre 1882 wegen "Amtsvergehens" verurteilt, weil es -- und das war der Hauptgrund -- dem König abgeraten hatte, die Verfassungsänderungen zu sanktionieren. Nach einem Zwischenspiel mit einer anderen konservativen Regierung musste der König den Norweger namens Sverdrup, den Vorsitzenden der liberalen Partei Venstre, zum neuen norwegischen Ministerpräsidenten ernennen. Das war der Sieg des Parlamentarismus in Norwegen.
 

Unter Führung des linksliberalen Kabinetts wurden mehrere Anliegen der Partei verwirklicht, unter anderen das Jury-System, eine neue Heeresordnung und ein neues Volksschulgesetz.
 

Gegen Ende des Jahrhunderts verschärften sich die unionspolitischen Gegensätze. Die schwedische Forderung, der Außenminister der Union müsse ein Schwede sein, und die Forderung Norwegens nach eigenen Konsulaten entzündeten bittere Meinungsverschiedenheiten. Schwedens Streitkräfte hinderten die Norweger an der Erfüllung ihrer Wünsche. Als Reaktion darauf benutzten die Norweger die letzten Jahre vor der Jahrhundertwende zum Aufbau ihrer eigenen Militärmacht.
 

Das Thema der norwegischen Konsulate gab den Anstoß zu den entscheidenden Zwistigkeiten zwischen den beiden Ländern. Am 11. März 1905 wurde das Kabinett Michelsen gebildet, das dieses Problem als ausschließlich norwegisches Anliegen lösen sollte. Am 7. Juni legte das Kabinett seine Macht in die Hände des Stortings, woraufhin dieses das Kabinett ersuchte, seine Arbeit in der Zwischenzeit fortzuführen -- und zwar in Übereinstimmung mit der Verfassung und den geltenden Gesetzen, doch "mit den Änderungen, die erforderlich sind, da die Union mit Schweden unter nur einem König aufgelöst ist als Folge davon, dass der König aufgehört hat, als norwegischer König zu fungieren".
 

Norwegischer Ansicht nach war die Union jetzt also aufgelöst. Schweden verlangte jedoch eine Volksabstimmung, die bestätigen sollte, dass die Norweger mit dieser Unionsauflösung einverstanden waren. Darüber hinaus verlangten die Schweden Verhandlungen über die Bedingungen der Auflösung.
 

Die Volksabstimmung fand im August 1905 statt. 368 392 Norweger waren für eine Auflösung der Union; 184 waren dagegen.
 

Ort der Verhandlungen mit Schweden war Karlstad; der Zeitpunkt war Ende August/Anfang September. Das Ergebnis war Einigkeit über eine Auflösung unter bestimmten Bedingungen.

 


 

Norwegen nach 1905

 

Die Frage der zukünftigen Staatsform Norwegens löste starke Gegensätze aus. Bei einer Volksabstimmung entschied sich die Mehrheit für die Monarchie statt einer Republik. Am 18. November 1905 wählte dann das Storting den dänischen Prinzen Carl zum König. Er nahm den Namen Haakon VII. an und hielt am 25. November, zusammen mit seiner Königin Maud, der Tochter des englischen Königs Edward VII., und dem kleinen Kronprinzen Olav -- dem späteren König Olav V. -- Einzug in die norwegische Hauptstadt. Der jetzige Monarch Norwegens, König Harald, ist der Sohn von König Olav V., der im Jahre 1991 verstarb.
 

Als die Union aufgelöst wurde, befand Norwegen sich wirtschaftlich in einer Periode des Aufschwungs, die bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Jahre 1914 anhielt. Das Bruttosozialprodukt stieg um 55 Prozent, das heißt um jährlich vier Prozent. Die Bevölkerung wuchs rasch, und die Beschäftigungslage war besser geworden. Dies war ein Ergebnis der zweiten Phase der industriellen Revolution, die in Norwegen von durch Wasserkraft erzeugter billiger Energie und ausländischen Kapitalinvestitionen gekennzeichnet war. Elektrochemische und elektrometallurgische Industrie wurde zum ersten Mal in Norwegen aufgebaut, und neue Produkte kamen auf den Markt. Großunternehmen wie Norsk Hydro wurden damals gegründet, und es entstand eine Reihe von neuen Industriezentren.
 

Trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs in Norwegen wanderten um die Jahrhundertwende zahlreiche Norweger nach Nordamerika aus.
 

Die Arbeiterbewegung war in Norwegen schon vor der Auflösung der Union mit Schweden in Gang gekommen. Die ersten Gewerkschaften wurden 1872 gebildet, und die Arbeiterpartei wurde 1887 gegründet. Das allgemeine Wahlrecht für Männer wurde 1898 eingeführt, das für Frauen 1913.
 

Bei der Storting-Wahl des Jahres 1903 erhielt die Arbeiterpartei schon vier Mandate. 1912 bekam sie 26 Prozent der Stimmen -- und 23 Abgeordnete. Damit war die Partei nach der liberalen Venstre die zweitgrößte Partei in der Nationalversammlung. Die Arbeitskonflikte der Jahre 1911 und 1912 mit ihren Streiks und Aussperrungen stellten das Durchhaltevermögen der Arbeiterbewegung auf die Probe. Die letzten beiden Jahre vor dem Ersten Weltkrieg waren von einer beträchtlichen Radikalisierung der norwegischen Arbeiterbewegung geprägt.
 

Die Industrialisierung führte jedoch in den ersten Jahren zu relativ bescheidenen Änderungen der sozialen Struktur des Landes. Noch 1910 waren 42 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung in der Land- und Forstwirtschaft beschäftigt. 1920 waren es 37 Prozent. Die gegenwärtige Statistik besagt, dass diese Zahl auf sechs Prozent herabgesunken ist.
 

Nach der Auflösung der Union mit Schweden musste Norwegen ein Außenministerium und eigene norwegische diplomatische Vertretungen im Ausland aufbauen. Die Mittel waren jedoch äußerst begrenzt. In den außenpolitischen Richtlinien, die das Kabinett Michelsen im Jahre 1905 festgelegt hatte, wurde unterstrichen, dass Norwegen davon absehen sollte, Bündnissen beizutreten, die das Land in einen Krieg verwickeln könnten. Diese Neutralitätspolitik fand bei der Bevölkerung breiten Zuspruch. Norwegen spielte jedoch eine aktive Rolle beim Zustandekommen internationaler Schiedsvereinbarungen. Im Ersten Weltkrieg war Norwegen neutral; die norwegische Handelsflotte aber erlitt durch den U-Boot-Krieg und die Verminung der Meere hohe Verluste. Rund 2000 Seeleute verloren ihr Leben. Die Kriegskonjunkturen brachten den Norwegern jedoch auch eine Menge Geld ein, so dass sie Industrieunternehmen (Borregaard, die Kohlenbergwerke auf Svalbard (Spitzbergen) usw.), die sich in ausländischen Händen befanden, zurückkaufen konnten. 1920 erkannte der Völkerbund die Souveränität Norwegens über Spitzbergen an.
 

Bei der Storting-Wahl im Jahre 1918 hatte die liberale Venstre die Mehrheit im Parlament verloren. Bis zum Jahre 1945 errang keine einzige Partei die Mehrheit, was Unruhe in die parlamentarischen Verhältnisse brachte. 1928 bekam die Arbeiterpartei zum ersten Mal Gelegenheit, eine Regierung zu bilden. Diese wurde schon nach neunzehn Tagen von der bürgerlichen Mehrheit im Storting wieder gestürzt.
 

Bevor die Arbeiterpartei diese ihre erste Regierung bildete, hatte sie turbulente Zeiten durchgemacht. Unter anderem war sie von 1921 bis 1923 der Kommunistischen Internationalen angegliedert gewesen. Nach dem Bruch -- teilweise dadurch verursacht, dass die Partei sich weigerte, die "Diktatur des Proletariats" anzuerkennen -- begann sie, bei den Wahlen an Boden zu gewinnen.
 

Von der Depression, die in den 20er Jahren einsetzte, wurde auch Norwegen heimgesucht. Die Währungspolitik der Regierung verstärkte die Probleme. Handel und Schifffahrt erlitten hohe Verluste. Mehrere Banken brachen finanziell zusammen. Der Wechselkurs der Krone fiel, und es herrschte ein spürbarer Devisenmangel. Die Staatseinnahmen waren rückläufig, und vielen Gemeinden ging es finanziell schlecht. Die Arbeitslöhne, die nach einem Schiedsgerichtsurteil im Jahre 1920 stark heraufgesetzt worden waren, wurden unter heftigem Protest der Arbeiter, die damals von revolutionären Gesichtspunkten beeinflusst waren, wieder zurückgeschraubt. Hier und da tauchten sowohl "Rot-" als auch "Weißgardisten" auf. Bis hin zum Zweiten Weltkrieg herrschte große Arbeitslosigkeit.
 

Im Jahre 1932 setzte jedoch ein wirtschaftlicher Aufschwung ein, was zu einer drastischen Verbesserung der Außenhandelsbilanz führte. Von 1935 bis 1939 stieg das Nationaleinkommen um mehr als 1,4 Milliarden Kronen -- eine für Norwegen zu jener Zeit bedeutende Summe.
 

1920 wurde Norwegen Mitglied des Völkerbundes. Das bedeutet, dass Norwegen seine ehemalige Isolationspolitik aufgab. Die Zusammenarbeit, die die nordischen Länder während des Krieges aufgebaut hatten, wurde im Völkerbund fortgesetzt. Dort verpflichteten sie sich, Friedens bewahrende Maßnahmen zu unterstützen, wobei sie militärische Sanktionen jedoch ablehnten. Der norwegische Storting-Präsident Carl Joachim Hambro war bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs Präsident des Völkerbundes.
 

Unter dem Eindruck der Kriegsgefahr gegen Ende der 1930er Jahre trat die Verteidigungsfrage in den Vordergrund der politischen Debatte. Die Sozialisten hatten es früher strikt abgelehnt, Mittel für das Militärwesen zu bewilligen, und diese Haltung wurde von der liberalen Venstre teilweise unterstützt. Ein weiterer Grund für die Skepsis der Sozialisten gegenüber der Verteidigung ist die Tatsache, dass der spätere Nationalsozialist Vidkun Quisling zu Beginn der 30er Jahre als Minister im Kabinett der Bauernpartei das Verteidigungsministerium geleitet hatte. Im Jahre 1936 bildete wiederum die Arbeiterpartei mit Unterstützung der Bauernpartei die Regierung. Johan Nygårdsvold wurde Ministerpräsident. Die finanziellen Mittel für die Verteidigung wurden erhöht; sie kamen jedoch zu spät, um eine wirkliche Bedeutung für die Verteidigungsfähigkeit Norwegens zu erlangen. Bei Kriegsausbruch im Jahre 1939 proklamierte Norwegen wiederum seine Neutralität.

 


 

Der Zweite Weltkrieg

 

Die Neutralitätserklärung Norwegens war von nur geringer Bedeutung. Am 9. April 1940 griffen deutsche Truppen das Land an. (Jøsingfjord - Altmarkaffäre) Das trotz eines gewissen Beistands von Großbritannien und Frankreich, nach zwei Monaten besiegt war. Die königliche Familie, die norwegische Regierung sowie Teile der Verteidigungsführung und der zivilen Verwaltung gingen mit den abziehenden alliierten Truppen nach England. Von London aus setzte die norwegische Exilregierung ihre Arbeit fort.

 

Als wichtigsten Beitrag zum Kampf stellten die Norweger ihre Handelsflotte zur Verfügung. Sie zählte damals über 1000 Schiffe mit mehr als vier Millionen Bruttoregistertonnen. In Großbritannien wurden in allen Teilstreitkräften Militäreinheiten wiederaufgebaut. Diese nahmen an den Seekämpfen im Atlantik teil, am Kampf nach der Invasion des Festlandes im Jahre 1944 und an den Luftkämpfen über sowohl Großbritannien als auch dem Kontinent.
 

Gegen Ende des Krieges wurden mit schwedischer Genehmigung auch militärische Einheiten in Schweden aufgebaut. Teile von ihnen nahmen an den Kämpfen gegen den deutschen Feind teil. Das geschah, nachdem sowjetische Streitkräfte ein kleines Gebiet Norwegens im Nordosten von Finnmark angegriffen und befreit hatten. Im besetzten Norwegen nahm der Widerstand gegen die Besatzungsmacht von Jahr zu Jahr zu. Es wurden auch geheime Streitkräfte zusammengestellt, die eine gewisse Bedrohung für die Deutschen darstellten.
 

Norwegen war bis zur deutschen Kapitulation im Jahre 1945 besetzt. Bei der Übergabe standen nicht weniger als 400 000 deutsche Soldaten auf norwegischem Boden -- bei einer Bevölkerungszahl von knapp vier Millionen. Die Besetzung führte zur Ausbeutung der norwegischen Wirtschaft, und unter dem nazistischen Terror kam es zu Hinrichtungen und Massenvernichtungen. Aber verglichen mit dem Auftreten der Deutschen in vielen anderen okkupierten Ländern, ging Norwegen relativ ungeschoren aus dem Zweiten Weltkrieg hervor.

 


 

Die Befreiung

 

Norwegische Widerstandstruppen (die so genannte Heimatfront) begannen schon am 8. Mai 1945, gewisse Stellungen der Nazis zu übernehmen. Mit der Zeit folgten alliierte und norwegische Truppen aus Großbritannien und Schweden ihrem Beispiel. Die deutsche Waffenniederlegung und die alliierte Machtübernahme verliefen exemplarisch. Die Exilregierung kehrte nach Hause zurück, am 7. Juni gefolgt von König Haakon auf einem Schiff der britischen Marine.
 

Aus deutschen Gefangenenlagern kehrten auch überlebende Norweger heim. Ende des Krieges befanden sich 92 000 Norweger im Ausland, davon 46 000 in Schweden. Außer den deutschen Truppen hielten sich 141 000 Ausländer in Norwegen auf, die meisten Kriegsgefangene. Von den Gefangenen waren 84 000 Russen.
 

Im Verlauf des Krieges hatte die Besatzungsmacht 40 Prozent des Bruttosozialproduktes mit Beschlag belegt. Hinzu kamen die Zerstörungen, die der Krieg angerichtet hatte, und diese waren beträchtlich. In Finnmark waren weite Gebiete ausradiert, nachdem die Besatzungstruppen auf ihrem Rückzug ihre Taktik der "verbrannten Erde" angewendet hatten. Andere Städte und Gemeinden waren durch Bomben oder Terrorbrände zerstört.
 

Insgesamt wurden 10 262 Norweger im Kampf oder in der Gefangenschaft getötet. Rund 40 000 Norweger wurden während des Krieges gefangen genommen.
 

Nach der Befreiung herrschte breite Einigkeit darüber, dass der Wiederaufbau Norwegens absoluten Vorrang habe.
 

Bei der Storting-Wahl im Jahre 1945 errang die Arbeiterpartei die absolute Mehrheit und bildete die Regierung mit Einar Gerhardsen als Ministerpräsident. Bis zur Wahl im Jahre 1961 behielt die Partei ihre Mehrheitsposition, und im Jahre 1963 musste das Kabinett nach einem Misstrauensvotum in Zusammenhang mit einem Arbeitsunfall auf Svalbard zurücktreten. Das führte zur Bildung der ersten bürgerlichen Regierung der Nachkriegszeit. Ministerpräsident wurde John Lyng, Abgeordneter der konservativen Partei Høyre. Diese Regierung war jedoch kurzlebig.
 

Laut Plan der Regierung sollte das Land im Laufe eines Zeitraums von fünf Jahren wiederaufgebaut werden. Sie wollte die Industrialisierung vorantreiben, indem sie auf die Großindustrie setzte. Die Entwicklung ging schneller vonstatten als erwartet. Schon 1946 waren sowohl die Industrieproduktion als auch das Bruttosozialprodukt größer als im Jahre 1938. In den Jahren 1948/49 lag das Sachkapital auf einem beträchtlich höheren Niveau als vor dem Krieg. Die folgenden Jahre waren eine Periode zunehmenden Wachstums und Fortschritts.
 

In den ersten Nachkriegsjahren hielt Norwegen sich außenpolitisch sehr zurück. Man wollte eventuellen Großmachtkonflikten und Blockbildungen aus dem Wege gehen und hoffte, dass die Europäische Gemeinschaft, deren erster Generalsekretär der Norweger Trygve Lie war, ausreichende Sicherheit bieten würde. Diese Sicherheit sollte an die Stelle der britischen Sicherheitsgarantie treten, auf die sich norwegische Regierungen vor 1940 verlassen hatten, die sich aber als unzureichend erwies, als die Deutschen Norwegen überfielen. Dennoch hatte Norwegen starke Bindungen an den Westen.
 

Als die Spannung zwischen Ost und West gradweise zunahm, wurde auch die norwegische Außenpolitik einer Neuorientierung unterzogen. Norwegen beteiligte sich an der Marshall-Zusammenarbeit, obwohl zunächst mit einer gewissen Zurückhaltung. Durch das Hilfsprogramm des Marshall-Plans nahm Norwegen im Laufe der Jahre von 1948 bis 1951 rund 2,5 Millarden Kronen entgegen.


Die Machtübernahme der Kommunisten in der Tschechoslowakei im Jahre 1948 sowie der sowjetische Vorschlag, einen Verteidigungsbund zu gründen wie den, den die Sowjetunion mit Finnland hatte, löste in Norwegen heftige Reaktionen aus. Nach einem Zwischenspiel, bei dem es nicht gelang, einen nordischen Verteidigungsbund auf die Beine zu stellen, schloss sich Norwegen 1949 zusammen mit Dänemark der NATO an. Seither hat eine Reihe von Meinungsumfragen ergeben, dass eine überwältigende Mehrheit der Norweger eine positive Einstellung zu dieser Mitgliedschaft hat.
 

Die sozialdemokratische Partei Norwegens war sehr darauf erpicht, den Einfluss der Kommunisten sowohl in der Politik als auch in den Massenorganisationen -- wie zum Beispiel den Gewerkschaften -- zu bremsen. Dieser Kampf endete mit einem Sieg. Während die Kommunisten bei der ersten Nachkriegswahl im Jahre 1945 mit elf der 150 Abgeordneten ins Storting kamen, war ihre Repräsentation bei der Wahl im Jahre 1949 auf null reduziert. Später haben die Kommunisten nur einen marginalen Einfluss in Norwegen gehabt, und die beiden kommunistischen Parteien erhalten bei Meinungsumfragen zur Zeit nicht mehr als ein Prozent der Stimmen, das heißt sie haben kein Mandat im Parlament.
 

Die Nachkriegsjahre waren von einer gleichmäßigen Aufwärtsentwicklung der norwegischen Wirtschaft geprägt. Dadurch wurde es möglich, einen Wohlfahrtsstaat aufzubauen, in dem die sozialen und wirtschaftlichen Unterschiede heute geringer sind als in den meisten anderen westlichen Ländern.
 

In den 60er Jahren begann das Ölzeitalter. Bei der Ölsuche in der Nordsee wurden reiche Funde gemacht, die die Grundlage für eine beträchtliche Erdöl- und Gasproduktion abgeben. Später wurde man auch im Europäischen Nordmeer und in der Barentssee fündig. Die größte Produktion findet jetzt im Europäischen Nordmeer vor der Küste Mittelnorwegens statt.


Das Ölzeitalter hat eine gründliche Umstrukturierung der norwegischen Wirtschaft mit sich gebracht. Ältere Industriezweige haben aufgrund der stark ansteigenden Kosten auf internationaler Ebene Wettbewerbsprobleme bekommen, die die Regierungen unterschiedlicher politischer Färbung nur schwer meistern. Mit der Zeit sind auch die Arbeitslosenziffern zu einer Belastung geworden, obwohl sie zu den niedrigsten in Europa gehören.

 


 

 

Norwegen und die EU

 

Das bedeutendste Problem, mit dem sich die norwegische Politik in den Nachkriegsjahren konfrontiert sah, war jedoch das der Mitgliedschaft in der EG, später EU. Eine bürgerliche Regierung mit Per Borten von der agrarischen Zentrumspartei als Ministerpräsident und der konservativen Partei Høyre, der Liberalen Partei, der Zentrumspartei und der Christlichen Volkspartei als parlamentarischem Fundament, wurde nach dem Wahlsieg im Jahre 1965 gebildet. Die Frage einer Mitgliedschaft Norwegens wurde für die Regierung dringlicher, als Großbritannien 1967 seine Mitgliedschaft beantragte. Damals beschloss das Storting mit 136 gegen 13 Stimmen, einen Mitgliedschaftsantrag von 1962 zu erneuern.
 

Der Antrag löste in der politischen öffentlichen Meinung gewaltige Kräfte aus. Die Gegensätze polarisierten sich, und das Kabinett Borten brach 1971 zusammen. Eine Arbeiterpartei-Regierung mit Trygve Bratteli als Ministerpräsident verhandelte über eine Mitgliedschaft Norwegens, und über das Verhandlungsergebnis sollten die Norweger im Herbst 1972 in einer Volksabstimmung selbst entscheiden. Mit 53 Prozent Nein-Stimmen und 47 Prozent Ja-Stimmen entschieden die Norweger sich gegen eine Mitgliedschaft in der Europäischen Gemeinschaft.
 

Nach dem Referendum trat das Kabinett Bratteli zurück. Eine Zentrumsregierung mit Lars Korvald von der Christlichen Volkspartei als Ministerpräsident führte mit der Europäischen Gemeinschaft Verhandlungen über ein Handelsabkommen, das bis 1990 die Beziehungen zwischen der Gemeinschaft und Norwegen regelte.
 

Das EG-Referendum von 1972 hinterließ im norwegischen Parteiensystem Spuren. Die Liberale Partei wurde gespalten, und die beiden neuen Parteien verloren wesentlich an Einfluss. Bei den allgemeinen Storting-Wahlen des Jahres 1973 zeigte es sich, dass in den einzelnen Regionen des Landes ­ die Hauptstadt ausgenommen ­ eine beträchtliche Anzahl der EG-Gegner unter Arbeiterpartei-Wählern ihrer Partei abtrünnig geworden war. Sie gingen zu einer neuen Partei über, dem Sozialistischen Listenverband, der auch die Sozialistische Volkspartei sowie kommunistische Wähler verschlang. Der Listenverband erhielt 16 Sitze im Storting. Später wurde er von der Sozialistischen Linkspartei abgelöst, die heute gut 6 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinigt.
 

Trotz des Stimmenrückgangs im Jahre 1973 war die Minderheitsregierung der Arbeiterpartei bis 1981 an der Macht. Dann übernahm die konservative Partei Høyre mit Kåre Willoch als Ministerpräsident. 1983 wurde die rein konservative Høyre-Regierung zu einer Dreiparteien-Regierung erweitert, mit der Høyre, der Christlichen Volkspartei und der Zentrumspartei. Die Willoch-Regierungen hatten von 1981 bis 1985 die parlamentarische Mehrheit. Nach der Storting-Wahl von 1985 waren die beiden Abgeordneten der liberalistischen Fortschrittspartei das Zünglein an der Waage zwischen den beiden großen Machtblöcken in der Nationalversammlung. Bei einer Abstimmung votierte die Fortschrittspartei zusammen mit den sozialistischen Abgeordneten und stürzte damit die Regierung.
 

Seitdem hat ­ abgesehen von einer etwa einjährigen Unterbrechung von 1989 bis 1990 ­ die Arbeiterpartei in Minderheitsposition die Regierungsgewalt, die ganze Zeit mit Gro Harlem Brundtland als Ministerpräsidentin.


In dem kurzen Intervall von 1989 bis 1990 hatte Norwegen eine bürgerliche Koalitionsregierung, bestehend aus der konservativen Partei Høyre, der Christlichen Volkspartei und der agrarischen Zentrumspartei. Ministerpräsident war Jan P. Syse.
 

Diese kurze Lebenszeit war dadurch bedingt, dass die Frage einer norwegischen EU-Mitgliedschaft erneut politische Aktualität gewonnen hatte. Der Gegensatz zwischen vor allem der konservativen Høyre (Befürworterin einer Mitgliedschaft) und der Zentrumspartei (Gegnerin) wurde mit der Zeit so groß, dass die Regierungszusammenarbeit scheiterte.
 

Bei einem Referendum im Jahre 1994 lehnte die norwegische Bevölkerung aufs neue Mitgliedschaftsverhandlungen mit der EU ab. 52,5 Prozent stimmten mit Nein, 47,5 Prozent mit Ja. Auch diesmal stieß die EU-Frage auf breites Interesse: 1994 gaben ganze 88,5 Prozent der Norweger ihre Stimme ab ­ das sind 9,4 Prozent mehr als bei der EG-Abstimmung im Jahre 1972.
 

Schweden, Finnland und Österreich hatten sich kurze Zeit vorher für einen Beitritt zur EU entschieden. Somit verließen diese Länder die Europäische Freihandelsassoziation EFTA, und diese bestand ab der Jahreswende 1994/95 nur noch aus Norwegen, Island, der Schweiz und Liechtenstein.
 

Im Gegensatz zu Trygve Brattelis Arbeiterpartei-Regierung, die 1972 nach ihrer in der Frage einer EG-Mitgliedschaft erlittenen Niederlage zurücktrat, hielt sich 22 Jahre später die Regierung Brundtland, als ob nichts geschehen wäre.
 

Obwohl es beim Referendum im Jahre 1994 ausgesprochen scharfe Gegensätze gab ­ unter anderem zwischen politischen Parteien und teils innerhalb einzelner Parteien sowie zwischen Berufsgruppen und im Verhältnis Stadt/Land ­ "normalisierte" sich der Zustand verhältnismäßig schnell.
 

Die Vorsitzende der agrarischen Zentrumspartei, Anne Enger Lahnstein ­ die unbestrittene "Nein-Königin" des EU-Kampfs ­ bekämpfte nach dem Referendum das, was die Partei "die kontinuierliche Anpassung an die EU" nannte. Das aber verhinderte nicht, daß die Zentrumspartei bei den Gemeinde- und Fylkesting-Wahlen * 1995 einen beträchtlichen Misserfolg hinnehmen musste.


Für viele beruhigend ist vermutlich Gro Harlem Brundtlands Äußerung, Norwegen werde die EU wohl kaum noch in diesem Jahrhundert um neuerliche Mitgliedschaftsverhandlungen ersuchen.
 

Für Norwegen sehr wichtig ist außerdem das 1992 von den EU- und EFTA-Staaten unterzeichnete Abkommen über einen Europäischen Wirtschaftsraum (EWR). Das Abkommen sichert Norwegen die Teilnahme an der Entwicklung des EWR sowie den Zugang zum Binnenmarkt der EU, und es ermöglicht eine Zusammenarbeit in einer Reihe von angrenzenden Bereichen.
 

Durch das EWR-Abkommen gelten für die norwegische Wirtschaft und Industrie dieselben Wettbewerbsbedingungen wie die für die übrigen EFTA-Staaten und die EU. Darüber hinaus wurden Einrichtungen geschaffen, über die Norwegen auf die Ausarbeitung neuer Regeln und Bestimmungen in vom EWR-Abkommen gedeckten Bereichen Einfluss nehmen kann.


Weitere Fragen zu diesem Thema beantworte ich gern im Forum:

http://www.norwegen-angelfreunde.de