Aufbau
Der Magnetkompass besteht aus einem drehbaren Zeiger aus magnetischem Material – der Kompassnadel – und dem Gehäuse in dem dieser Zeiger möglichst reibungslos gelagert ist. Bei einem einfachen Kompass ist die Nadel auf einer Spitze gelagert und so unter dem Glas, das sie nicht herunter fallen kann.
Beim Schiffskompass ist die Skala mit der Gradeinteilung (Kompassrose), entweder kardanisch aufgehängt oder schwimmt auf einer Flüssigkeit, sodass sie trotz der durch den Seegang verursachten Schiffsbewegungen immer waagerecht liegt.
Die Kompassrose dreht sich dabei als ganzes, die Richtung wird an einer feststehenden Markierung abgelesen. Im Gegensatz dazu ist bei Kompassen, die an Land verwendet werden, die Kompassrose unbeweglich und nur die Kompassnadel dreht sich. Genau genommen dreht sich immer das Kompassgehäuse, und die Kompassnadel / -Rose bleibt fest auf Norden ausgerichtet.
Schiffskompass: 
Hier ist das Mittelteil fest. Die Rose (der Kranz mit der 360°- Aufteilung) dreht sich. Das Mittelteil kann man entsprechend der Missweisung justieren.
Funktionsweise
Die Nadel richtet sich immer parallel zum Magnetfeld der Erde in Nord-Süd-Richtung aus. Genau genommen zeigt sie nicht auf die geographischen, sondern auf die magnetischen Pole. Das ist leider nicht das Gleiche. Je weiter man zum Pol kommt, um so größer kann diese Abweichung sein. Wer hätte es auch anders geglaubt, man hat auch einen Fachbegriff in der Navigation dafür: "Die Missweisung". Auf jeder Seekarte befinden sich Kompassrosen, wo man diese örtlichen Abweichungen ablesen kann.
Kompassrose auf Seekarten:
| Bei Åna-Sira: |
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Für den Darlsfjord: |
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Zum Vergrößern bitte auf die entsprechende Rose klicken.
Hier sieht man schon, dass die rechte Kompassrose mehr Abweichung anzeigt als die Linke. Der Darlsfjord ist oberhalb von Bergen, also dichter am Pol.
In der Mitte der Rose sind Angaben über die Missweisung gemacht. Links steht z.B. 2°W 1995 (9'E)
Das bedeutet, dass die Missweisung 1995 2° West war. Für jedes weitere Jahr muss man 9' hinzuzählen. Das ist die Bewegung des magnetischen Pols für diese Gegend. Für das Jahr 2006 wäre dann die Missweisung 2° (+ 11x9') also 3°39'
Einige sagen natürlich: "Die paar Grad!", aber je länger der Weg, um so weiter kommt man vom Kurs ab.
Was beeinflusst ein Magnetkompass noch?
Ganz einfach, alles was aus Metall ist, welches sich magnetisch aufladen kann. Auch elektrische Spulen, die Magnetfelder aufbauen (Lautsprecher, Monitore, Radios usw.) Wenn ich also einen Kompass auf einem Boot montiere, können Schiffteile diesen ablenken und man bekommt eine falsche Richtung angezeigt. Das kann auch mit einem Handkompass passieren, den man mit in das Boot genommen hat. Deswegen ist es wichtig, die Anzeige zu prüfen, wenn man einen Handkompass mit ins Boot nimmt. Nicht dass man vor dem Anker sitzt und die Kompassnadel zeigt ständig dort hin. Auch hierfür gibt es wieder einen Fachbegriff, den man sich vielleicht mal merken sollte: "Die Deviation oder auf Deutsch, Ablenkung" (von lat.: deviatio=Abweichung)
Wenn ein Kompass in ein Boot eingebaut wird, muss eine Deviationstabelle erstellt werden. Das geschieht mit Hilfe eines Mutterkompasses. In dieser Tabelle stehen die Ablenkungswerte, die in Abständen von 10° gemessen werden.
Auf diese Tabelle wird noch genauer eingegangen, wenn das Thema Navigation kommt.
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